Kava (Piper methysticum) ist eine Pflanze aus der Familie der Pfeffergewächse und stammt aus dem Südpazifik. Die Menschen dort trinken Kava-Getränke seit Tausenden von Jahren bei Zeremonien und als Heilmittel. Laut dem US-amerikanischen NCCIH hat sich das Getränk auch in anderen Teilen der Welt verbreitet, und in den USA wird es heute vielerorts in Kava-Bars verkauft; Kava-Produkte werden gegen Angst und andere Beschwerden beworben. (NCCIH — Kava) Ein wissenschaftliches Memorandum der FDA von 2020 hält fest, dass Kava in den USA als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, beworben zur Entspannung, gegen Stress und Angst — und auch gegen Schlaflosigkeit. (FDA — Scientific Memorandum: Kava, 2020)
Dieser Artikel fasst die Evidenz zusammen; er ist keine Diagnose und keine Behandlung.
Hilft Kava beim Schlafen?
Auf seiner Seite zum Schlaf schreibt das NCCIH, Kava würden zwar beruhigende Eigenschaften zugeschrieben, ob es bei Schlaflosigkeit hilft, sei aber sehr wenig untersucht. (NCCIH — Sleep Disorders and Complementary Health Approaches) Am meisten geforscht wurde zu Angst: Kava-Präparate könnten laut NCCIH helfen, müssten aber eventuell mehrere Wochen genommen werden; bei Beschwerden einer generalisierten Angststörung scheint Kava nicht zu helfen. Für andere Beschwerden reicht die Evidenz nicht aus. (NCCIH — Kava)
Nüchtern betrachtet: Ein Beleg, dass Kava den Schlaf verbessert, fehlt.
Warum Sicherheit die Hauptfrage ist
- Kava-Produkte wurden laut NCCIH mit seltenen Fällen von Leberschäden in Verbindung gebracht, darunter schwere und sogar tödliche. Die ersten Fälle betrafen Extrakte, die mit Alkohol oder Aceton hergestellt wurden, weitere aber auch mit Wasser zubereitete Getränke. (NCCIH — Kava) Die genaue Ursache und Häufigkeit der Leberschäden sind unklar. (NCCIH — Sleep Disorders and Complementary Health Approaches)
- Als mögliche Gründe werden ungeeignete Sorten oder Pflanzenteile, die Kombination mit Alkohol, Verfälschung oder Verunreinigung von Produkten, genetische Unterschiede zwischen Menschen sowie große Mengen oder lange Einnahme genannt. (NCCIH — Kava)
- Kava kann außerdem Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen und Schwindel verursachen. Langfristig hohe Dosen können zur Kava-Dermopathie führen — trockene, schuppige Haut, gerötete Augen und eine vorübergehende Gelbfärbung von Haut, Haaren und Nägeln. (NCCIH — Kava)
- Das FDA-Memorandum von 2020 hält fest, dass Bedenken zur Lebersicherheit seit 2002 in mehreren europäischen Märkten (das Memo nennt unter anderem Tschechien; in Deutschland galt ein Verbot bis 2015) und in Kanada zu Rücknahmen oder Verboten von Kava geführt haben und dass die FDA 2002 eine Verbraucherwarnung herausgab. In dem Memo, das Kava als Zutat herkömmlicher Lebensmittel bewertet, kamen FDA-Toxikologen zu dem Schluss, dass der unbedachte Konsum von Kava als „Freizeit-“ oder „Entspannungsgetränk“ nicht sicher ist. Regeln können sich zwischen Ländern unterscheiden und ändern. (FDA — Scientific Memorandum: Kava, 2020)
Kava, Alkohol und Medikamente
- Laut NCCIH sollte Kava nicht mit anderen beruhigend wirkenden Substanzen wie Benzodiazepinen oder Alkohol kombiniert werden. Wenn Sie Medikamente nehmen, sprechen Sie vor Kava mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In Schwangerschaft und Stillzeit kann Kava besondere Risiken bergen. (NCCIH — Kava)
- Pflanzliche Arzneimittel sollten Sie laut NHS nicht nehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen, Nieren- oder Leberprobleme haben oder bestimmte Medikamente einnehmen; für Kinder werden sie nicht empfohlen. Kaufen Sie keine nicht zugelassenen pflanzlichen Mittel im Internet. (NHS — Herbal medicines and complementary therapies)
Wann zum Arzt
- Eine Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes kann laut NHS ein Zeichen einer ernsten Erkrankung wie einer Lebererkrankung sein — holen Sie dringend ärztliche Hilfe. Dazu können juckende Haut, dunklerer Urin und hellerer Stuhl kommen. (NHS — Jaundice) Wenn Sie Kava genommen haben, sagen Sie es.
- Der NHS rät zum Hausarzt, wenn eine Änderung der Schlafgewohnheiten nicht geholfen hat, Sie seit Monaten schlecht schlafen oder die Schlaflosigkeit Ihren Alltag beeinträchtigt. (NHS — Insomnia) Laut NCCIH ist die am stärksten empfohlene Behandlung bei Schlaflosigkeit die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I). (NCCIH — Sleep Disorders and Complementary Health Approaches)
- Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt immer, welche pflanzlichen Mittel Sie nehmen, und setzen Sie verschriebene Medikamente nicht ohne Rücksprache ab. (NHS — Herbal medicines and complementary therapies)
- Ein KI-Gesundheitscheck ist keine ärztliche Prüfung. Dieser Artikel ist keine medizinische Beratung.
Das Wichtigste
- Kava ist eine pazifische Pflanze, deren Getränke sich über den Pazifik hinaus verbreiten; in den USA wird sie auch in Kava-Bars verkauft.
- Kava gegen Schlaflosigkeit ist sehr wenig untersucht — ein Beleg, dass sie beim Schlafen hilft, fehlt.
- Kava wurde mit seltenen, aber teils schweren oder tödlichen Leberschäden in Verbindung gebracht.
- Nicht mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln kombinieren; nicht in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Lebererkrankungen.
- Gelbe Haut oder Augen → dringend zum Arzt; lang anhaltende Schlaflosigkeit → Arzt, KVT-I.
Wenn Sie Kava in Erwägung ziehen, sprechen Sie zuerst mit Ärztin, Arzt oder Apotheke — für den Schlaf gibt es besser geprüfte Wege.
Unsere Quellen
Fachliche Grundlagen und weiterführende Lektüre. Die praktischen Anregungen sind redaktionelle Impulse, kein individueller Behandlungsplan.



