2010 veröffentlichte die medizinische Fachzeitschrift BMJ (in ihrer Weihnachtsausgabe) eine Studie mit dem Titel „Beauty sleep“ — Schönheitsschlaf. Es war ein echtes Experiment. (BMJ 2010 — Beauty sleep (PMC))
Dieser Artikel erklärt Forschung; er ist keine kosmetische oder gesundheitliche Beratung.
Was das Experiment „Beauty sleep“ zeigte
- Forschende fotografierten 23 gesunde junge Erwachsene (18–31 Jahre) nach einer normalen Nacht (acht Stunden Schlaf) und nach 31 Stunden ohne Schlaf, denen eine verkürzte Nacht vorausging. (BMJ 2010 — Beauty sleep (PMC))
- 65 ungeschulte Beobachter bewerteten die Fotos in zufälliger Reihenfolge: Unausgeschlafene wirkten auf sie weniger gesund, weniger attraktiv und müder. (BMJ 2010 — Beauty sleep (PMC))
Was Menschen auffällt
- In einer Studie von 2013 bewerteten 40 Beobachter Fotos von 10 Personen nach normalem Schlaf und nach 31 Stunden ohne Schlaf. Nach der durchwachten Nacht sahen sie mehr hängende Lider, rötere und geschwollenere Augen, dunklere Augenringe, blassere Haut, mehr feine Linien um die Augen und stärker hängende Mundwinkel. (Sleep 2013 — Cues of Fatigue (PMC))
- Unausgeschlafene Gesichter wirkten zudem trauriger; Ausschlag oder Ekzem veränderten sich dagegen nicht. (Sleep 2013 — Cues of Fatigue (PMC))
Schon wenige kurze Nächte reichen
- In einer weiteren Studie (2017) wurden 25 Personen nach zwei Tagen mit verkürztem Schlaf und nach normalem Schlaf fotografiert. 122 Bewertende fanden sie nach den kurzen Nächten weniger attraktiv, weniger gesund und schläfriger — und hatten weniger Lust, Zeit mit ihnen zu verbringen. (R Soc Open Sci 2017 (PMC))
- Die wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit unterschied sich nicht. (R Soc Open Sci 2017 (PMC))
Warum das so sein könnte
- Die Studien haben die Ursache nicht gemessen, nur wie ein Gesicht auf andere wirkt.
- Schlaf allgemein unterstützt laut US-amerikanischem NHLBI Gehirn und körperliche Gesundheit; Tiefschlaf löst die Ausschüttung eines Hormons aus, das auch bei Erwachsenen hilft, Zellen und Gewebe zu reparieren. Das heißt aber nicht, dass gerade dieser Vorgang Augenringe erklärt. (NHLBI — How Sleep Affects Your Health)
Wo die Grenzen liegen
- Die Menschen wurden ungeschminkt und mit neutralem Gesichtsausdruck fotografiert; im Alltag verändern Make-up, Licht und Bewegung den Eindruck. (Sleep 2013 — Cues of Fatigue (PMC))
- Die Stichproben waren klein, und die Autorinnen und Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Ergebnisse nicht unbedingt auf andere Gruppen und Umgebungen übertragbar sind. (R Soc Open Sci 2017 (PMC))
- Bewertet wurde der Eindruck, nicht die langfristige Hautgesundheit — daraus folgt keine Creme und keine „Nachtroutine“.
Was man daraus mitnimmt
- Erwachsene brauchen meist etwa 7 bis 9 Stunden Schlaf. Wenn Sie seit Monaten schlecht schlafen oder es Ihren Tag belastet, gehen Sie zur Hausärztin oder zum Hausarzt. (NHS — Insomnia)
- Diese KI-Gesundheitsprüfung ist keine ärztliche Prüfung. Dieser Artikel ist keine medizinische Beratung.
Zum Mitnehmen
- Schönheitsschlaf wurde tatsächlich wissenschaftlich getestet.
- Nach einer durchwachten Nacht wirken wir auf andere müder und weniger gesund.
- Auffällig sind vor allem Augen, Haut und Mundwinkel.
- Die Studien sind klein und messen Eindrücke, nicht Hautgesundheit.
- Die beste „Kosmetik“ ist regelmäßiger, ausreichender Schlaf.
Eine kurze Nacht lässt sich am Gesicht ablesen — ein weiterer, recht netter Grund, sich den Schlaf zu gönnen, den Sie brauchen.
Unsere Quellen
Fachliche Grundlagen und weiterführende Lektüre. Die praktischen Anregungen sind redaktionelle Impulse, kein individueller Behandlungsplan.
- Beauty sleep: experimental study on the perceived health and attractiveness of sleep deprived people (Axelsson et al., BMJ 2010)
- Cues of Fatigue: Effects of Sleep Deprivation on Facial Appearance (Sundelin et al., Sleep 2013)
- Negative effects of restricted sleep on facial appearance and social appeal (Sundelin et al., R Soc Open Sci 2017)
- Sleep Deprivation and Deficiency — How Sleep Affects Your Health
- Insomnia



